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Interview: Anerkennung für wertvolle Arbeit

Philosophie heißt Liebe zur Weisheit und die schließt ein, dass Referenten oft auf Honorare verzichten. Auch die Gesellschaft zur Erforschung und Förderung angewandten Philosophierens (GEFaP) ist auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Fragen an Vorstandsmitglied Dr. Arnold K. Lorenzen.



SfH-Magazin: Seit 1999 widmet sich die GEFAP e.V. der Praxis des angewandten Philosophierens. Was darf man sich darunter vorstellen?

Dr. Arnold K. Lorenzen: Es ist der Versuch, die Fragen, Antworten und Methoden der philosophischen Tradition für ein erfülltes Alltagsleben zu nutzen. Mit dem Philosophieren schafft man Distanz zu sich und zu gängigen Vorurteilen wie z.B. zum Alarmismus in den Medien. Unter Anwendung verstehen wir ein Ausüben und Erproben einer philosophischen Haltung, kein Erlernen philosophischen Wissens. Ziel ist eine selbstbestimmte Souveränität.

SfH-Magazin: Wo treffen Philosophie und Gemeinnützigkeit zusammen?

Dr. Arnold K. Lorenzen: Interessante Frage. Das Philosophieren und das Prinzip der Profitmaximierung passen tatsächlich schon traditionell irgendwie nicht so recht zusammen. Der Nutzen des Philosophierens lässt sich in der Tat kaum berechnen. Philosophieanwendung ist eher eine Erschwerung des Lebens als eine erleichternde Problemlösung. Insofern passen Gemeinnützigkeit und Gemeinwohl sehr gut zum Philosophieren.

SfH-Magazin: In diesem Jahr haben Sie Veranstaltungen zum Thema Globalisierung angeboten. Was planen Sie für das Jubiläumsjahr 2009?

Dr. Arnold K. Lorenzen: Im Jahre 2009 lautet das Rahmenthema „10 Jahre GEFAP e.V.“. Es sprechen und diskutieren Freunde und Förderer zu Themen wie „Vom Trost der Philosophie“, „Kinder sind die besten Philosophen“ und „Platons Höhlengleichnis heute“. 2010 nehmen wir unsere Reihe zu Orientierungen wieder auf. Der Titel wird dann lauten „ Orientierung im Generationenverhältnis“.

SfH-Magazin: Aufgrund der Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt findet auch eine Umwertung des bürgerschaftlichen Engagements statt. Die Freiwilligkeit des Ehrenamtes wird durch Ein-Euro-Job-Maßnahmen unterlaufen. Lässt sich da noch aufrecht erhalten, was die Philosophin Hanna Arendt in „Vita Activa“ unterschieden hat: das Arbeiten im Sinne von Herstellen und das Handeln im Sinne eines bürgerlichen Engagements?

Dr. Arnold K. Lorenzen: Für uns als „Liebhaber der Weisheit“ und „Weisheitssuchende“ stellt sich diese Frage bisher nicht. Vorstand und Vereinsmitglieder arbeiten unentgeltlich. Auch unsere Referenten erhalten kein Honorar. Das ist eigentlich schade, denn auch die Vorbereitung für Vorträge etc. sollte eigentlich honoriert werden. Uns fehlen jedoch leider die finanziellen Mittel. Ein Honorar bedeutet ja immer auch eine Anerkennung für wertvolle Arbeit.


www.gefap-philosophieren.de




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